16. September 2020

Swissôtel Zürich

Der Treffpunkt für Steuerverantwortliche zu neuen Praxisfragen und Entwicklungen im Steuerrecht

Wie setzt der Kanton Zürich die Steuervorlage 17 um?

Am 1. September 2019 hat die Zürcher Stimmbevölkerung die Referendumsabstimmung Steuervorlage 17 angenommen. Von welchen Ermässigungen können die steuerpflichtigen Personen im Kanton Zürich ab dem 1. Januar 2020 profitieren?

Der Kanton Zürich hat neben den Übergangsregelungen für Statusgesellschaften die fakultativen Massnahmen des Bundesrechts im maximal möglichen Umfang umgesetzt. Der Zusatzabzug für Forschungs- und Entwicklungsaufwand beträgt 50% der relevanten Kosten, die Ermässigung auf dem Erfolg aus Patenten und vergleichbaren Rechten 90% und zudem kann der Abzug für Eigenfinanzierung geltend gemacht werden. Die Entlastungsbegrenzung für alle diese Massnahmen beträgt 70%. Bezüglich der Kapitalsteuer ist eine Ermässigung auf dem steuerbaren Eigenkapital von 90%, soweit dieses auf Beteiligungen, Patente und Konzerndarlehen entfällt, möglich.

Der Zusatzabzug für Forschung und Entwicklung kann für juristische Personen und selbständig Erwerbende unabhängig vom Erfolg der Forschung bzw. Entwicklung geltend gemacht werden. Als Grundlage für diesen Zusatzabzug gelten die Personalkosten jener Mitarbeitenden, welche Forschung und Entwicklung betreiben. Des weiteren kann auf  Forschungs- und Entwicklungsaufwand von Dritten im Inland ebenfalls ein Zusatzabzug geltend gemacht werden. Bezüglich der Definition wird auf das Bundesgesetz über die Förderung der Forschung und der Innovation (FIFG) verwiesen, worin die Grundlagenforschung, anwendungsorientierte Forschung und die wissenschaftliche Innovation erwähnt werden.

Der Abzug auf Patenten und vergleichbaren Rechten kann ebenfalls für juristische Personen und selbständig Erwerbende geltend gemacht werden. Gemäss Gesetz ermittelt sich der Reingewinn aus Patenten und vergleichbaren Rechten, die in Produkten enthalten sind, indem der Reingewinn aus diesen Produkten jeweils um 6 Prozent der diesen Produkten zugewiesenen Kosten sowie um das Markenentgelt vermindert wird. Zudem stellt sich die Frage, wie hoch die Kosten für den Einkauf in die Patentbox sind und wann bzw. wie diese versteuert werden müssen. Die Unternehmungen, welche Patente oder ähnliche Rechte eingetragen haben, werden sich damit auseinandersetzen müssen, ob es sich lohnt, die Patentbox geltend zu machen.

Treffen Sie Urs Wittwer an der NZSK 2020.