NZSK >> Expertenmeinung >> Online-Abrechnung der MWST soll Standard werden

Dr. Ralf Imstepf, Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV 

Die E-Government-Strategie des Bundes will Behördenleistungen einfach und elektronisch zugänglich machen. Dies soll den Aufwand bei Verwaltungsgeschäften reduzieren, die Effizienz der Verwaltung steigern und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts  Schweiz stärken. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) stellt im Rahmen dieser Strategie für den elektronischen Geschäftsverkehr das Portal «ESTV SuisseTax» zur Verfügung. Mit «ESTV SuisseTax» können MWST-Abrechnung online eingereicht werden und der Postversand entfällt. Diese Online-Abrechnung soll in Zukunft Standard werden.

Aktuell reichen bereits über 100 000 Unternehmen ihre MWST-Abrechnung online ein. Als Teil der E-Government-Strategie des Bundes wird die Online-Abrechnung der neue Standard für die MWST-Abrechnung sein und somit das Papierformular abgelöst. Nur in Ausnahmefällen soll es in Zukunft möglich sein, dieses bei der ESTV zu bestellen und einzureichen.

«ESTV SuisseTax» wird von der ESTV laufend weiterentwickelt. So lassen sich die Abrechnungsdaten direkt aus Ihrer Buchhaltungssoftware hochladen, sofern Ihre Software diese Funktion unterstützt; das Eintippen einzelner Positionen entfällt. Auch können Eintragungs- und Unternehmerbescheinigungen von den steuerpflichtigen Personen über «ESTV SuisseTax» online bestellt werden. Der Postversand entfällt und die steuerpflichtigen Personen haben die Eintragungs- und Unternehmerbescheinigungen sofort zur Verfügung. Treuhänder und Steuervertreter können online für sämtliche Steuerpflichtige, die sie vertreten, gleichzeitig eine Fristverlängerung beantragen.

Dass die Online-Abrechnung zum Standard in Bezug auf die Abrechnung der Mehrwertsteuer werden soll, hat insbesondere bei Treuhändern und anderen Steuervertretern gewisse Bedenken in Bezug auf haftungs- und strafrechtliche Konsequenzen ausgelöst. Insbesondere befürchten Steuervertreter, sich strafbar zu machen, wenn sie Abrechnungen einreichen, die aufgrund fehlender oder fehlerhafter Unterlagen der vertretenen Steuerpflichtigen unvollständig oder unrichtig sind. Die ESTV ist bemüht, diesen Bedenken Rechnung zu tragen. Betr. Haftungs- und Strafrecht wird sie deshalb keine weitergehenden Anforderungen als die bisherigen an den Steuervertreter stellen. Als Zielsetzung soll die rechtliche Würdigung – unabhängig davon, ob online oder mit Papier abgerechnet wird – dieselbe sein.

Treffen Sie Ralf Imstepf anlässlich der NZSK 2018